Zeitkapseln

Objektarbeiten 1996

Objektarbeiten zwischen Erinnerung, Zeit und Vergänglichkeit

Werkgruppe 1996

Mitte der 1990er-Jahre entstehen bei Bernd Reiter Arbeiten, die sich bewusst zwischen Skulptur, Objekt und Sammlung bewegen. In transparenten Behältnissen werden Fundstücke, organische Materialien und persönliche Relikte eingeschlossen und konserviert. Ihnen gegenüber stehen monochrome Farbflächen von großer Klarheit und Ruhe.

Die Werke erzählen vom Spannungsfeld zwischen Bewahren und Vergehen. Was normalerweise unbeachtet bleibt – Blätter, Drähte, technische Fragmente oder Spuren des Alltags, wird zum Träger von Erinnerung. Die intensive blaue Farbe wirkt dabei wie ein Gegenpol zur Vergänglichkeit der eingeschlossenen Objekte: zeitlos, ruhig und nahezu immateriell.

Diese Arbeiten markieren eine wichtige Werkphase, in der Bernd Reiter nicht mehr das Objekt selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern die Geschichten, Erinnerungen und Lebensspuren, die sich in ihm einschreiben. Sie sind stille Archive des gelebten Lebens – persönliche Zeitkapseln zwischen Ordnung und Zufall.